FINTECH - DIGITALE REVOLUTION IN DER FINANZBRANCHE

9. September 2016
E. Flieger

FinTech

Neue Bezahlsysteme im Internet, Bezahlen per Handy-App, Crowdfunding, P2P-Kredite – fast scheint es, als seien Banken für die Abwicklung klassischer Dienstleistungen rund um das liebe Geld überflüssig geworden. Eine ganze Branche, die der neuen Finanztechnologie oder FinTech, bietet abseits der Banken ihre Dienstleistungen an. Laut Accenture stieg 2015 das globale FinTech-Investitionsvolumen um 75 Prozent auf 22,2 Milliarden US-Dollar, wobei sich der deutsche Markt als besonders dynamisch erwies. Ein Überblick über die Branche in Deutschland mit circa 400 FinTechs zeigt die vielfältigen Aktionsfelder.

Wie eine aktuelle Digitalisierungsstudie dokumentiert, können sich selbst die Bundesbürger mit ihrem Ruf, in Finanzdingen sehr traditionell zu ticken, mehrheitlich – nämlich zu 88% – vorstellen, ihr Geld Non-Banks anzuvertrauen und Zahlungen z. B. über PayPal abzuwickeln.

Die Auswirkungen für traditionelle Banken werden von Beobachtern unterschiedlich eingeschätzt: Keine Gefahr von Seiten der „Revoluzzer ohne Geschäftsmodell“ bis hin zur Sorge um den Verlust von Geschäftsanteilen. Die meisten erwarten eine verstärkte Kooperation beider Branchen mit dem Besten aus beiden Welten. Auch das Zeitgespräch „Neue Finanztechnologie – Bankenmarkt in Bewegung“ im neuen Wirtschaftsdienst zeigt, in welchen Bereichen Banken mit Konkurrenz aus dem IT-Bereich rechnen müssen.

Die Kundschaft der industrialisierten Welt hat die Wahl, welche Art von Finanzdienstleistungen sie nutzen will. Global sieht das anders aus: 2 Milliarden Menschen, das sind 38 Prozent der erwachsenen Bevölkerung, haben laut Weltbank keinen Zugang zum Finanzsystem. Für sie sind mobile Geldkonten und Bezahlsysteme zunehmend der Schlüssel zur Financial Inclusion und können finanzielle und wirtschaftliche Teilhabe bedeuten.