HISTORISCHER WELTKLIMAVERTRAG IN PARIS: UND NUN?

20. Januar 2016
S. Schmucker

Pinguin in der Antarktis

195 Staaten und die EU einigten sich am 12. Dezember 2015 auf der UN-Klimakonferenz COP21 mit dem Paris-Abkommen auf das gemeinsame Ziel, die Klimaerwärmung auf weit unter 2°C, idealerweise unter 1,5°C zu begrenzen. Ein Ausgleich der Bilanz von Emission und „Aufnahme von Treibhausgasen durch Senken“ (z.B. durch Aufforstung) soll in der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts erreicht werden. Nationale Klimaziele (Intended National Determined Contributions - INDCs) aller beteiligten Länder sollen kommuniziert und registriert, sowie erstmals 2023 - dann in 5-jährigem Turnus - überprüft und auf ehrgeizigere Ziele gesteigert werden. Die Industriestaaten verpflichten sich, Entwicklungsländer bei der Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen zu unterstützen.

10% der Weltbevölkerung sind heute für 50% aller Treibhausgasemissionen verantwortlich. Die Verbrennung Fossiler Energien macht zwei Drittel der Emissionen aus. Ein weiteres Drittel bilden CO2 aus Abholzung und Landnutzung sowie andere Gase wie Methan oder Lachgas. Wie also kann eine Reduktion erreicht werden?

Widerstand zeigt sich vor allem aus den USA seitens der Republikaner, die befürchten, die Vorgabe von Emissionszielen werde Arbeitsplätze kosten und die Mittelschicht gefährden. Zur Unterstützung der deutschen Klimaschutzpolitik hat das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) ein Konsortium aus Wissenschaftlern des Öko-Instituts und des Fraunhofer-ISI mit dem Projekt „Klimaschutzszenario 2050“ beauftragt. Der 2. Endbericht wurde im November 2015 veröffentlicht.

In der Wissenschaft werden Steuern auf Emissionen, Emissionshandelssysteme sowie die Förderung von Klimaschutzprojekten und alternativen Energien als erfolgreiche Instrumente einer sinnvollen Klimapolitik diskutiert. Besonders kritisch: enorme Anfangsinvestitionen und lange Laufzeiten bedeuten ein großes Investitionsrisiko. Zudem führen drohende Vermögensverluste der Besitzer fossiler Ressourcen zu Abwehrmechanismen gegen eine globale Energiewende. Überzeugende Konzepte für die Umsetzung einer globalen Klimapolitik bleiben eine Herausforderung.