TRUMPONOMICS - MAKE AMERICA GREAT OR BREAK AGAIN?

15. März 2017
E. Flieger

Freiheitsstatue

Bereits im Wahlkampf kamen die meisten Ökonom/inn/en zu dem Schluss, dass eine Verwirklichung der angekündigten Wirtschaftspolitik eines Präsidenten Donald Trump für die globale, aber nicht zuletzt auch für die amerikanische Wirtschaft nachteilige Folgen hätte. Eine Studie des Peterson Institute for International Economics etwa erwartet 4 Millionen verlorene Arbeitsplätze und eine Rezession in den USA bei Ausbruch eines Handelskrieges.

Neueste Berichte besagen, dass Trump plant, die Handelsstatistik anders berechnen zu lassen, um protektionistischen Maßnahmen zu rechtfertigen. Die angekündigten Importzölle könnten den amerikanischen Durchschnittshaushalt mit 2.200 Dollar belasten, so die Einschätzung der National Foundation for American Policy. Nicht wenige Beobachter/innen fühlen sich an die protektionistischen Smoot-Hawley-Zölle erinnert, die Ende der 1920er Jahre auf 20.000 Produkte massiv erhoben wurden. Sie stehen im Ruf, die Weltwirtschaftskrise und den 2. Weltkrieg begünstigt zu haben.

Positive Erwartungen im Hinblick auf die geplanten Steuersenkungen hat Arthur Laffer, Wegbereiter der Reaganomics, der in Trump das Potenzial eines herausragenden Präsidenten sieht. Auch Trumps wirtschaftspolitischer Berater und jetzt auch Direktor des neugegründeten National Trade Council Peter Navarro sieht durch den wirtschaftspolitischen Mix ein Wirtschafts- und Jobwachstum sowie steigende Steuereinnahmen aufziehen. Die überparteiliche Denkfabrik Committee for a Responsible Federal Budget errechnet allerdings eine Finanzierungslücke in den Trump-Plänen von 5,3 Billionen US Dollar über die nächsten 10 Jahre. Auch wird etwa von der Notenbankpräsidentin Janet Yellen kritisiert, dass die geplante expansive Fiskalpolitik zum falschen Zeitpunkt aufgefahren werde, weil nahezu Vollbeschäftigung herrsche und fast eine Inflationsrate von wünschenswerten 2 Prozent erreicht sei.

Und in Europa? Sorgt man sich über den Kurs des größten Handelspartners der EU, wie man dem Brief des EU-Ratspräsidenten Donald Tusk entnehmen kann. Tusk beschwört Einigkeit – die europäische und die transatlantische. Neben den befürchteten ökonomischen Entwicklungen irritiert auch die Unberechenbarkeit Trumps. Wie er reagieren wird, wenn er erkennen muss, dass seine abschottenden Maßnahmen nicht den erhofften Effekt haben, bereitet Dennis Snower, dem Präsidenten des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel, Sorgen.

Ein ergänzender Beitrag ist im Wirtschaftsdienst 3/2017 erschienen.

Literatur zum Aktuellen Wirtschaftsthema in EconBiz

Weiterführende Literatur in EconBiz

Importzoll USA
"Fiscal stimulus" USA