DER "WÄHRUNGSKRIEG"

02. September 2015
Susanne Schmucker

Foto: Geldscheine und Panzer

Im August kam die Überraschung: die chinesische Zentralbank wertete den Yuan drei Mal in Folge ab. Es folgte die Notenbank Vietnams, die ihre eigene Währung zum Schutz ihres Exportgeschäftes ebenfalls abwertete. Experten befürchten einen Währungskrieg. Doch was bedeutet das? 

Martin Klein und Faxin Teng von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg bezeichnen den Abwertungswettlauf (competitive devaluation) als klassische Form des Währungskriegs und verstehen darunter, „dass Länder sich durch Abwertung ihrer Währung Wettbewerbsvorteile gegenüber ihren Handelspartnern verschaffen, was diese durch ähnliche Währungsabwertungen vergelten“ (Klein/Teng 2010). Die dahinterliegende Problematik sehen die Autoren jedoch komplexer: Handelskriege, Währungsdumping, enorme Bestände an Devisenreserven sowie globale Ungleichgewichte zwischen den Leistungsbilanzen begründen die Mechanismen aktueller Währungskriege.

Ökonomen warnen: Joseph Stiglitz, US-amerikanischer Ökonom, erklärt, dass ein Währungskrieg keine Gewinner hat und sieht in der Kooperation sowie in strukturellen Reformen den einzigen Weg, um für alle Volkswirtschaften ein nachhaltiges Wachstum zu schaffen.  Lukas Menkhoff, Leiter der Abteilung Weltwirtschaft am DIW Berlin, betont im aktuellen Leitartikel des Wirtschaftdienst, dass eine Abwertung langfristig nichts Gutes sei. Sie könne zwar kurzfristig Wachstum und Beschäftigung bessern, bedeute aber langfristig, seine Leistungen „billiger“ zu tauschen.