ZBW bringt mit MOVING nächstes europaweites Science 2.0-Forschungsprojekt auf die Zielgerade

Europäisches Forschungskonsortium baut Arbeitsumgebung für digitales Informations- und Innovationsmanagement – ZBW ist koordinierender Forschungspartner und verantwortlich für Text- und Data Mining

Kiel/Hamburg, den 16. Januar 2018:
Die ZBW setzt nach zwei Jahren Laufzeit ein neues hochdotiertes EU-Großprojekt mit neun internationalen Partnern aus Griechenland, Deutschland, Österreich, Slowenien, Großbritannien und Polen auf die Zielgerade. Der erste öffentliche Prototyp ist nun online. Ziel von MOVING ist der Aufbau einer Arbeitsumgebung für die qualitative und quantitative Analyse großer Dokumenten- und Datensammlungen. Die ZBW mit ihrer Expertise im Feld Science 2.0 ist Forschungspartner im Bereich Text- und Data Mining unter der Leitung von Prof. Dr. Ansgar Scherp und zudem wissenschaftlicher Koordinator von MOVING.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler müssen innerhalb kurzer Zeit aus einer Unmenge von Literatur und Forschungsdaten, Webseiten, Ausschreibungen und sozialen Medien wie Blog-Beiträgen, die für sie relevanten Fakten herauspicken. Erfreulicherweise gibt es aktuell viele verschiedene Methoden und Algorithmen in der Informatik, die großen Dokumenten- und Datenmengen zu bewältigen. Das Problem: Die meisten von ihnen lassen sich nur von Expertinnen und Experten bedienen. Die ZBW-Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft ist 2016 angetreten, dies zu ändern. Nun liegt der erste öffentliche Prototyp mit der Arbeitsumgebung von MOVING zur multimodalen Suche in Literatur, Videos, und Webseiten vor. Weitere Bausteine, wie zum Beispiel die Lernumgebung, folgen in den kommenden 15 Monaten bis zum Ende der Projektlaufzeit.

Auf der Plattform MOVING können Forschende miteinander kommunizieren sowie zusammen neue Erkenntnisse gewinnen und gemeinsame Ressourcen für Forschungszwecke entwickeln und teilen. Neben Werkzeugen zur Arbeitsorganisation und Koordinierung von Aktivitäten finden sie hier künftig umfangreiches Wissen, Medieninhalte und Dokumentationen sowie Software und Daten für wissenschaftliche Experimente. Die Nutzerinnen und Nutzer entscheiden selbst, was, womit und mit wem sie forschen. Eine starke Community ist stets an ihrer Seite.

„MOVING will mit Text- und Data-Mining-Methoden helfen, Ordnung zu bekommen in die Informationsflut aus wissenschaftlichen Veröffentlichungen, Forschungsdaten, Websites, Ausschreibungen und sozialen Medien“, erklärt Ansgar Scherp, wissenschaftlicher Koordinator des Projektes und Professor für Knowledge Discovery an der ZBW.

MOVING ist als dreidimensionale Plattform konzipiert. Neben der digitalen Arbeitsumgebung wird es zugleich eine Trainingsumgebung für digitales Informations- und Innovationsmanagement geben und zum dritten eine Community of Practice, das heißt eine Anwendergemeinschaft, die sich gegenseitig berät und unterstützt. Ansgar Scherp: „Wir gehen davon aus, dass digitales Informations- und Innovationsmanagement eine ebenso wesentliche Kulturtechnik wird wie Lesen und Schreiben. Daher spielt neben der Arbeitsumgebung auch die Trainingskomponente in MOVING eine so grundlegende Rolle.“

Die ZBW führt mit MOVING das mittlerweile zweite internationale Forschungsprojekt zum Themengebiet Science 2.0 im Kontext von Horizont 2020. Bereits 2016 wurde erfolgreich das EU-Projekt EEXCESS  beendet. Die ZBW als Informationsinfrastruktur der Leibniz-Gemeinschaft baut somit kontinuierlich ihre Forschungsaktivitäten auf europäischer Ebener aus.

Über MOVING – Training towards a society of data-savvy information professionals to enable open leadership innovation:

Das EU-Forschungsprojekt MOVING –Training towards a society of data-savvy information profes-sionals to enable open leadership innovation ist ein interdisziplinäres Forschungsvorhaben des Typs Research and Innovation Action (RIA) mit Fokus auf Informatik und Medienwissenschaften. Die Projektpartner kommen aus Griechenland, Deutschland, Österreich, Slowenien, Großbritannien und Polen. Namentlich handelt es sich neben der ZBW um folgende Institutionen: Centre for Research and Technology Hellas (Griechenland), TU Dresden (Deutschland), KNOW Center GmbH (Österreich), Institut Jozef Stefan (Slowenien), Universität Manchester (Großbritannien), GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften (Deutschland), Progress and Business Foundation (Polen) sowie Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (Deutschland).

Die Partner aus Wissenschaft, Industrie und Forschungstransfer haben sich zum Ziel gesetzt, eine Arbeits- und Trainingsplattform zu entwickeln, die es Anwendern aus Wissenschaft, Industrie und Gesellschaft ermöglicht, zum einen mit großen Dokumenten- und Datenmengen einfach umzugehen und zu verstehen und zum anderen die Kompetenzen der Forschenden und Benutzer/innen im digitalen Informations- und Innovationsmanagement zu fördern.

Das Projekt startete im April 2016 und hat ein Projektvolumen von 3,5 Millionen EURO. Die Laufzeit des Projektes sind drei Jahre.

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