DIGITALE LANGZEITARCHIVIERUNG

Digitale Informationen sind zu einem bedeutenden Bestandteil unseres kulturellen und wissenschaftlichen Erbes geworden: Historische Ereignisse, kulturelle Leistungen und insbesondere wissenschaftliche Erkenntnisse liegen zunehmend ausschließlich in digitaler Form vor.

Diese Veränderung zieht neben zahlreichen Vorteilen, speziell in Hinsicht auf die erleichterte Benutzung, auch verschiedene Herausforderungen an Gedächtnisorganisationen nach sich. So führt der technische Fortschritt zu einer schnellen Alterung von Hard- und Softwareumgebungen, Datenträgern und Dateiformaten. Dies gefährdet die langfristige Nutzbarkeit digitaler Objekte, auch von bedeutenden Quellen für Wissenschaft und Forschung.

Digitale Langzeitarchivierung zielt auf den Erhalt digitaler Objekte für zukünftige Generationen ab.

Als ZBW - Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft stellen wir uns diesen Herausforderungen gemeinsam mit den beiden anderen Zentralen Fachbibliotheken, der Technischen Informationsbibliothek (TIB) - Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften und Universitätsbibliothek und der ZB MED - Informationszentrum Lebenswissenschaften.

Seit April 2010 betreiben wir ein kooperatives Langzeitarchivierungs-System, entwickeln manuelle und automatisierte Workflows für die Überführung unseres digitalen Bestands in das Langzeitarchivierungssystems und für notwendige Anpassungen der digitalen Objekte innerhalb des Systems.

Durch unsere wachsende Erfahrung und den ständigen fachlichen Austausch mit Fachleuten anderer Institutionen sind wir dazu in der Lage, unsere Workflows immer effizienter an unsere speziellen Bedürfnisse anzupassen.

Kooperationen mit nationalen und internationalen Netzwerken haben für uns einen sehr hohen Stellenwert. So ist die ZBW aktives Mitglied im nestor Verbund sowie in der Open Preservation Foundation.

Zertifizierung der digitalen Langzeitarchivierung an der ZBW

Bereits 2015 wurde die digitale Langzeitarchivierung der ZBW mit dem Data Seal of Approval ausgezeichnet. Die Dokumentation ist auf der DSA-Webseite verfügbar.

2017 hat die ZBW das nestor-Siegel (Zertifizierung auf Grundlage der DIN-Norm 31644) erworben.

Überführung der Inhalte in das digitale Langzeitarchiv

In der Regel werden die Inhalte dann in das digitale Langzeitarchiv überführt, wenn die Bearbeitung der digitalen Objekte inklusive der Anreicherung mit Metadaten vollständig abgeschlossen ist.

Bei stetig wachsenden Sammlungen, wie dem Repositorium EconStor sorgt eine eigens hierfür erstellte Software dafür, dass taggleich neue Inhalte in das digitalen Langzeitarchiv überführt werden.
Grafik: EconStor-Aufnahmeschnittstellen

Für die Langzeitarchivierung benutzt die ZBW die Software Rosetta. Mithilfe von Rosetta und den dort implementierten Workflows werden die Objekte inklusive aller Metadaten, die für die nachhaltige Verwendbarkeit des Objekts vonnöten sind, in ein Archivpaket verwandelt.
Grafik: Paketstrukturen (Quelle: TIB)