EIN JAHR CORONAKRISE - WER GEWINNT, WER VERLIERT?

18. März 2021
B. Fischer

Als die Pandemie vor einem Jahr begann, war mit den global steigenden Infektionszahlen bald klar, dass nahezu alle Länder wirtschaftlich und gesellschaftlich schwer getroffen werden würden.

Das Wirtschaftswachstum sank kräftig, auch wenn es nicht so schlecht ausfiel, wie anfänglich erwartet wurde. Die OECD veröffentlichte sogar ermutigende Prognosen.

Es bestätigte sich bald die Annahme, dass die Folgen der Pandemie Menschen weltweit unterschiedlich treffen würden. Nach einer Untersuchung der International Labour Organization – ILO – ergaben sich je nach Region und variierenden Hilfsmaßnahmen teils deutliche Einkommensverluste.

In Deutschland konnten bei steigenden Arbeitslosenzahlenstabilisierende Effekte durch Kurzarbeit und weitere stützende Maßnahmen erreicht werden.

Der Sechste Armuts- und Reichtumsbericht enthält einige Daten aus 2020, aus denen der Einfluss auf Einkommens- und Vermögensverhältnisse hergeleitet werden kann. Ab Herbst des letzten Jahres zeichnete sich ab, dass die Vermögen wohlhabender Personen trotz der Krise weiter gestiegen sind und man kann nur vermuten, dass die Kluft zwischen arm und reich größer geworden ist. Maximilian Stockhausen und Judith Niehues kommen hinsichtlich der zurückliegenden Entwicklung der Vermögensverteilung allerdings zu einer anderen Bewertung.

Der Blick in Details offenbart, dass Frauen am Arbeitsmarkt und bei den sonstigen Herausforderungen, z.B. der Kinderbetreuung, stärker belastet waren und sind. Die Zeit wird zeigen, ob die Coronakrise bei der Gleichstellung zukünftig Fortschritt bringt oder Rückschritt bedeutet. International zeichnet sich eine ähnliche Entwicklung ab. Das Motto des Internationalen Frauentages stand so auch im Zeichen der Krise. Kurz vor dem Equal-Pay-Day kamen dann doch noch positiv anmutende Daten vom Statistischen Bundesamt zum Gender-Pay-Gap, das sich seit 2016 leicht verringert hat.

Literatur zum Thema "Ein Jahr Coronakrise ..."

 

Weiterführende Literatur