GUTE SCHULDEN, SCHLECHTE SCHULDEN - WIE VIELE SCHULDEN VERTRÄGT DIE WELT?

26. Februar 2020
B. Fischer

Der globale Schuldenstand wächst jährlich. Staats-und Unternehmensschulden sowie die Verschuldung privater Haushalte sind heute höher als vor dem Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2007. Schulden sind per se nicht schlecht. Betriebliche Investitionen, staatliche Konjunkturprogramme und Immobilien erfordern meist Fremdfinanzierungen und generieren Wachstum und Vermögensaufbau.

Insbesondere um die Höhe der Staatsschulden und die sich daraus ergebenden Belastungen für Industrieländer ist dennoch eine wissenschaftliche Diskussion entbrannt. Mit der Schuldenbremse hat die Bundesrepublik Deutschland einen zurückhaltenden Umgang mit Schulden eingeführt und sich die Kritik zugezogen, in der aktuellen Niedrigzinsphase Investitionen und Konjunkturprogramme zu bremsen. Zu kurz kommt auch die Betrachtung der staatlichen Bilanz und der darin enthaltenen Vermögenswerte.

Als besorgniserregend wird außerdem die Unternehmensverschuldung durch Emissionen von Unternehmensanleihen eingeschätzt. Die Anlegergelder werden nicht für Investitionen, sondern teils umfassende Aktienrückkäufe genutzt. Das Volumen der Bonds, das weltweit im internationalen Anleihehandel kursiert, nährt Gerüchte um eine Bond Bubble mit dem Potenzial von Ansteckungseffekten in internationale Finanzmärkte. Darauf hat der IWF im Global Financial Stability Report hingewiesen.

Bleibt noch der Blick auf private Haushalte. Deutsche Sparer sind risikoscheu und horten erhebliche Bargeldbeträge und Sichteinlagen. Die Niedrigzinspolitik und stark gestiegene Immobilienpreise könnten manchen Privathaushalt dennoch in finanzielle Schieflage bringen. Prof. Dr. Moritz Schularick geht in seinen Forschungsarbeiten auf die Verschuldung privater Haushalte ein.

Wie viele und welche Schulden sind gut und wann führen sie zu volkswirtschaftlichen Verwerfungen? Das ist unser Wirtschaftsthema...

Literatur zum Thema Gute Schulden, schlechte Schulden