100 JAHRE TARIFPARTNERSCHAFT - AUSGANGSPUNKT, GEGENWART UND ZUKUNFT

26. November 2018
C. Liebetruth

1918 ist das Geburtsjahr der Tarifautonomie in Deutschland („Stinnes-Legien-Abkommen“): Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände einigen sich ohne Einmischung des Staates über Löhne und Arbeitsbedingungen und können so branchenspezifische Lösungen erzielen. Durch die Vereinbarung von Flächentarifverträgen werden Arbeitsverträge in ihrer Gesamtheit geregelt. So können Betriebe Kosten einsparen und Lohngerechtigkeit herstellen. Doch aktuell sinkt die Tarifbindung deutscher Unternehmen stetig.

Die Arbeitgeberseite kritisiert, dass ertragsschwächere Betriebe die tariflichen Bedingungen nicht erfüllen könnten und es nicht genügend Flexibilität zur Anpassung an individuelle betriebliche Bedürfnisse gäbe.

Von Arbeitnehmerseite wird beispielsweise entgegengehalten, dass die Belegschaft nicht an den aktuell positiven wirtschaftlichen Entwicklungen nicht beteiligt wird.

Um die Tarifautonomie erfolgreich in die Zukunft zu führen, nennt eine Kommission der Hans-Böcklerstiftung zwei Kernthemen, die angegangen werden müssen: zum einen mehr staatliche Investitionen zur Förderung von langfristigem Wirtschaftswachstum. Zum anderen müssten sich Arbeitgeber- wie Arbeitnehmerverbände strukturell neu aufstellen.

Bitte beachten Sie auch das Zeitgespräch im aktuellen Wirtschaftsdienst mit dem Beitrag Ein Schritt zum inneren Frieden vom 15.11.1918.

Literatur zur Tarifpartnerschaft: