WIRD AUS DER CORONAKRISE EINE SCHULDENKRISE?

29. Januar 2021
B. Fischer

Als vor einem Jahr das Aktuelle WirtschaftsthemaGute Schulden, schlechte Schulden... erschien, konnten wir uns nicht vorstellen, dass die Kategorie "gute" Schulden Lebensrettung und Vermeidung massiver wirtschaftlicher Schäden im Rahmen einer globalen Pandemiebekämpfung bedeuten könnte. Dennoch: durch die Coronakrise sind die gestiegenen Staatsschulden vieler Länder in den Fokus geraten. Auch in der größten Volkswirtschaft der Welt – den USA – erhöht das von dem neuen US-Präsidenten "Joe" Biden verabschiedete Corona-Hilfspaket die zuvor stark gestiegene Verschuldung weiter.

Die schnell voran tickenden Schuldenuhren - hier seien beispielhaft die deutsche Schuldenuhr und die US-amerikanische Debt Clock genannt - vermitteln eindrücklich das Ausmaß der finanziellen Lasten und legen die Frage nach der Bezahlbarkeit nahe. Vom Internationalen Währungsfond - IMF - wurde anlässlich der Jahreskonferenz im Oktober 2020 die Rekordverschuldung beschrieben, die teuren Rettungspakete aber auch als erforderliche Schritte zur Pandemiebekämpfung gewertet. Die durch Lockdowns verursachten Schäden in Unternehmen und bei Privatpersonen wurden vielfach gemindert. Einige Staaten verabschiedeten außerdem Konjunkturförderprogramme. Der IWF empfiehlt sogar weitere Ausgaben für öffentliche Investitionen.

Der deutsche öffentliche Haushalt ist pandemiebedingt ebenso belastet und die Verschuldung kann bzw. sollte nicht beliebig ausgedehnt werden.

Wie sollen die Schulden nun bezahlt werden? Dazu werden verschiedene Lösungsansätze diskutiert. Eine Konsequenz könnten allerdings steigende Beiträge der Sozialkassen sein. Die Rückkehr zur „Goldenen Regel“ zeigt ebenfalls eine Perspektive auf.

Positiv scheint des Weiteren die vom IWF für Deutschland in Aussicht gestellte Entwicklung nach der Coronakrise. Immerhin ist die Schuldenaufnahme geringer ausgefallen als erwartet.

Literatur zum Thema "Wird aus der Coronakrise eine Schuldenkrise?"