Forschungsdaten von wirtschaftswissenschaftlichen Fachzeitschriften im Fokus

ZBW startet mit dem RatSWD und dem Institut INNO-tec der LMU München das gemeinsame DFG-Projekt EDaWax

Kiel/Hamburg, den 31. August 2011:
Am 29. August 2011 trafen sich Vertreter der ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft, des RatSWD, des Instituts für Innovationsforschung INNO-tec der LMU München und der International Max Planck Research School Competition and Innovation (IMPRS-CI) zum gemeinsamen Projekt-Kick-Off für EDaWaX (European Data Watch Extended). Ziele des DFG-finanzierten Kooperationsprojektes sind die Untersuchung von Rahmenbedingungen für Datenarchive bei wirtschaftswissenschaftlichen Fachzeitschriften sowie die Entwicklung eines Best-Practice-Datenarchivs für „Schmollers Jahrbuch“.

In den Wirtschaftswissenschaften werden empirische Untersuchungen zur Überprüfung und Weiterentwicklung von theoretischen Modellen immer wichtiger. Dies schlägt sich auch in der steigenden Anzahl von empirischen Beiträgen in Fachzeitschriften nieder, bei denen die Autoren und Autorinnen eigene Forschungsdaten erhoben oder externe Datensätze verarbeitet haben. Allerdings gibt es bislang kaum effektive Möglichkeiten, diese Forschungsdaten im Kontext der zugehörigen Zeitschriftenartikel zu replizieren, zu prüfen oder für eine einfache Nachnutzung und zur Unterstützung des wissenschaftlichen Diskurses bereit zu stellen.

Das von der DFG geförderte Projekt EDaWaX (European Data Watch Extended) stellt sich diesen Aufgaben und verfolgt insbesondere das Ziel, im Rahmen eines ganzheitlichen Ansatzes ein publikationsbezogenes Datenarchiv für Fachzeitschriften zu entwickeln.

Im Rahmen des Projekts werden unter anderem Anreizstrukturen untersucht, die die Replikation und Mehrfachnutzung von Forschungsdaten unterstützen können. Auf Basis dieser Analysen werden Empfehlungen für sinnvolle Vorgehensweisen bei Zeitschriften und Wissenschaftsorganisationen entwickelt.

Außerdem werden bereits existierende technische und organisatorische Lösungen im Kontext von wirtschaftswissenschaftlichen Fachzeitschriften und Datenarchiven analysiert und unter besonderer Berücksichtigung der rechtlichen Rahmenbedingungen auf ihre Eignung für den praktischen Einsatz untersucht.

Auf Basis der Analyseergebnisse wird dann ein publikationsbezogenes Datenarchiv für die traditionsreiche Fachzeitschrift "Schmollers Jahrbuch / Journal of Applied Social Science Studies" entwickelt.

Über EDaWaX:

EDaWaX ist ein Kooperationsprojekt vom RatSWD, dem Institut für Innovationsforschung INNO-tec der LMU München und der ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft. Dabei agiert der RatSWD als Herausgeber von Schmollers Jahrbuch und koordiniert das Arbeitspaket „rechtliche Rahmenbedingungen“, während das INNO-tec die Anreizstrukturen beim so genannten Data Sharing untersucht. Die ZBW bearbeitet die anderen Analyse-Arbeitspakete, konzipiert und entwickelt das publikationsbezogene Datenarchiv und sorgt für die Projektkoordination.

Über die ZBW:

Die ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft ist das weltweit größte Informationszentrum für wirtschaftswissenschaftliche Literatur mit einem überregionalen Auftrag – online wie offline. Heute beherbergt die Einrichtung rund 4 Millionen Bände und 32.000 laufend gehaltene Zeitschriften. Daneben stellt die ZBW die wohl am schnellsten wachsende Sammlung von Open-Access-Dokumenten im Internet zur Verfügung: EconStor, der digitale Publikationsserver, verfügt heute über 25.000 frei zugängliche Aufsätze und Working Papers. Mit EconBiz, der Suchmaschine für internationale wirtschaftswissenschaftliche Fachinformationen, können Studierende oder Wissenschaftler/innen in über 8 Millionen Datensätzen recherchieren. Die ZBW gibt die beiden wirtschaftspolitischen Zeitschriften Wirtschaftsdienst und Intereconomics heraus und betreibt zusammen mit dem Institut für Weltwirtschaft (IfW) das Peer-Review-Journal Economics, das nach dem Prinzip des Open Access konzipiert ist. Die ZBW ist Teil der Leibniz-Gemeinschaft und seit 2007 Stiftung des öffentlichen Rechts.

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