Fritz-Erler-Schule aus Pforzheim holt mit Konzept gegen Kinderarmut den YES!-Award 2018 nach Baden-Württemberg

Zwölf Schulen aus ganz Deutschland präsentierten auf dem Schulkongress „YES! – Young Economic Summit“ Lösungsideen für globale ökonomische, ökologische und gesellschaftliche Probleme

Joachim Herz Stiftung

Kiel/Hamburg, 5. Oktober 2018:
Am 27. und 28. September 2018 kamen in Hamburg rund 300 Schülerinnen und Schüler zum Bundesfinale des YES! – Young Economic Summit zusammen. YES! ist der größte Ökonomie-Schulwettbewerb in Deutschland. Das Team der Fritz-Erler-Schule aus Pforzheim entschied den Wettbewerb von insgesamt 12 Schulen für sich. Die Schüler präsentierten „High Five“, ein Konzept gegen Kinderarmut.

"Arm zu sein, heißt für Kinder und Jugendliche, auf vieles verzichten zu müssen, was für Gleichaltrige ganz normal zum Aufwachsen dazugehört. Kein Kino, kein Sport, keine Reisen ins Ferienlager", erklärt Antonia Becker-Cosoveanu, 18-jährige Schülerin der Fritz-Erler-Schule aus Pforzheim. Ihr Mitschüler Leandro Cerqueira Karst ergänzt: "Mit High Five wollen wir ein funktionierendes Netzwerk schaffen, das Kindern und Jugendlichen aller sozialen Schichten die gleichen Chancen bietet, und zwar in fünf verschiedenen Bereichen: Kultur, Gesundheit, Bildung, Outdoor-Aktivitäten und Familienförderung."

"Konzentriert und mit viel Leidenschaft hat das sympathische Team aus Pforzheim seinen innovativen Lösungsvorschlag für mehr soziale Teilhabe von Kindern und Jugendlichen entwickelt. Ich fand das sehr beeindruckend und habe selbst viel gelernt", sagt der wissenschaftliche Mentor der Schülergruppe, der Ökonom Dr. Holger Stichnoth vom Europäischen Zentrum für Wirtschaftsforschung (ZEW) aus Mannheim.

Über ein halbes Jahr hat sich die Projektgruppe auf das Thema vorbereitet, unterstützt durch die Expertinnen und Experten der ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft und des ZEW. Zum Team der Fritz-Erler-Schule gehören Antonia Becker-Cosoveanu, Isabell Faass, Leandro Cerqueira Karst, Monica Alessi, Rebecca Waschtschenko sowie Rita Müller-Eisele und André Bild als betreuende Lehrkräfte. Die feierliche Preisverleihung findet am 4. Februar 2019 im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie statt. Das Ministerium hat die Schirmherrschaft über das YES!.
Zur Lösungsidee

Den zweiten Platz belegte das Cecilien-Gymnasium Düsseldorf. Die Schüler*innen entwickelten einen plattformübergreifenden Feedback-Ansatz, der es Kund*innen ermöglicht, neu entstandenen Web-Shops schnell online das Vertrauen auszusprechen. Die Shops sollen so bessere Chancen im Wettbewerb gegen die etablierten Plattformen (etwa Amazon) haben.

Platz drei ging an die Gesamtschule Waldbröl aus Nordrhein-Westfalen mit ihrem Konzept einer Online-Plattform, die Jung und Alt zusammenbringt, um Einsamkeit im Alter entgegen-zuwirken und die Jugendlichen Anreize bietet, in der Pflege aktiv zu werden.

Über das YES!

Das "YES! – Young Economic Summit" ist einer der größten Schulwettbewerbe rund um wirtschaftliche und gesellschaftliche Herausforderungen für die junge Generation. Schüler*innen erarbeiten eigenständig Lösungen für globale ökonomische, ökologische und gesellschaftliche Herausforderungen und präsentieren diese im Rahmen eines Schülerkongresses, dem "YES! – Young Economic Summit" in englischer Sprache. Im Diskurs mit Führungspersönlichkeiten und anderen Schüler*innen schärfen sie ihren Blick auf globale Zusammenhänge und entwickeln eigene innovative Lösungsvorschläge. Über die besten Lösungen wird demokratisch abgestimmt. Die gewählten Lösungen werden ausgezeichnet und öffentlichkeitswirksam zur Umsetzung an geeignete Adressaten übergeben und nachverfolgt. Auf dem Weg zum YES! werden alle teilnehmenden Schulen kontinuierlich zu den Themen Recherche, Forschung, Präsentation und Medienarbeit unterstützt und begleitet. Damit nimmt das YES! Empfehlungen der Kultusministerkonferenz auf, Schüler*innen darin zu befähigen, Medienanwendungen kritisch einzusetzen. Das "YES! – Young Economic Summit" steht unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie und ist ein gemeinsames Projekt der ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft und der Joachim Herz Stiftung.

Wissenschaftliche Partner des YES 2018 waren das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), ESMT Berlin, GIGA German Institute of Global and Area Studies, Hamburg, das ifo Institut - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München, das Institut für Weltwirtschaft Kiel (IfW), das Institut für Wirtschaftspolitik (iwp) an der Universität zu Köln, die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU), das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), das RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung aus Essen, das WZB Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialfor-schung und das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) aus Mannheim.

Über die Joachim Herz Stiftung:

Die gemeinnützige Joachim Herz Stiftung arbeitet überwiegend operativ und ist vorrangig in den Themenfeldern Naturwissenschaften, Wirtschaft sowie Persönlichkeitsbildung tätig. In diesen drei Bereichen werden auch kleine, innovative Projekte Dritter gefördert. Seit 2017 unterstützt die Stiftung zudem Forschungsprojekte in den Themenfeldern Medizin und Recht. Die Joachim Herz Stiftung wurde 2008 errichtet und gehört zu den großen deutschen Stiftungen.

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