Professoren ins Bibliotheksmanagement!

Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften (ZBW) schreibt zwei Professorenstellen aus – ZBW-Forschungsbereich Science 2.0 wird damit weiter ausgebaut

Kiel/Hamburg, den 6. November 2012:
Die ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft und die Technische Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel haben gemeinsam zwei Professorenstellen für leitende Wissenschaftler/innen der ZBW ausgeschrieben. Die Informatik-Professuren werden für Web Science und Knowledge Discovery berufen. Auf der Grundlage der neuen Forschungstätigkeiten werden die ZBW-Online-Services weiter gezielt ausgebaut und innoviert.

Exzellente Wissenschaft braucht exzellente Wissenschafts-Infrastruktur. Daher setzt die ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft bei der Entwicklung ihrer Services konsequent auf anwendungsorientierte Forschung in der Medieninformatik.

Zur Stärkung des neuen ZBW-Forschungsbereichs Science 2.0 hat die Bibliothek zusammen mit der Universität Kiel nun zwei weitere Professorenstellen ausgeschrieben. Seit 2010 leitet bereits der Medieninformatiker Professor Klaus Tochtermann die Infrastruktureinrichtung der Leibniz-Gemeinschaft. Nun sollen zwei weitere Forscher/innen die Science-2.0-Forschung der ZBW vorantreiben. Die Professuren widmen sich den Themen Web Science und Knowledge Discovery.

Web Science versteht das World Wide Web als sozio-technologisches Phänomen und beschäftigt sich mit dem Wechselspiel zwischen Internettechnologien und Gesellschaft. Betrachtet werden in diesem Forschungsfeld beispielsweise die Auswirkungen webbasierter Kommunikation auf Arbeitsroutinen, zum Beispiel von Forschenden, oder die Entwicklungen und Wirksamkeiten neuartiger Publikations-, Forschungs- und Kollaborationsprozesse.

Knowledge Discovery oder einfach „Wissenserschließung“ befasst sich mit der Identifikation und Lokalisierung bislang unbekannter fachlicher Zusammenhänge digitaler Objekte in großen Datenkorpora im Internet. Derartige digitale Objekte können beispielsweise Forschungsdaten oder Dokumente sein.

Gemeinsame Berufungen von Leibniz-Einrichtungen und Hochschulen gehören zum Standard der Leibniz-Gemeinschaft und fördern die intensive Kooperation zwischen Leibniz-Instituten und lokalen Hochschulen. So arbeitet die ZBW seit der Berufung von Professor Klaus Tochtermann beispielsweise in engem Austausch mit dem Institut für Informatik der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. In der Vergangenheit gab es zum Beispiel das gemeinsame Projekt MaWiFo – Management wirtschaftswissenschaftlicher Forschungsdaten oder die gemeinsam veranstaltete PhD-Summerschool.

Über die ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft:

Die ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft ist das weltweit größte Informationszentrum für wirtschaftswissenschaftliche Literatur mit einem überregionalen Auftrag – online wie offline. Heute beherbergt die Einrichtung rund 4 Millionen Bände und 33.000 laufend gehaltene Zeitschriften. Daneben stellt die ZBW die wohl am schnellsten wachsende Sammlung von Open-Access-Dokumenten im Internet zur Verfügung: EconStor, der digitale Publikationsserver, verfügt heute über knapp 40.000 frei zugängliche Aufsätze und Working Papers. Mit EconBiz, der Suchmaschine für internationale wirtschaftswissenschaftliche Fachinformationen, können Studierende oder Wissenschaftler/innen in über 9 Millionen Datensätzen recherchieren. Die ZBW gibt die beiden wirtschaftspolitischen Zeitschriften Wirtschaftsdienst und Intereconomics heraus und betreibt zusammen mit dem Institut für Weltwirtschaft (IfW) das Peer-Review-JournalEconomics, das nach dem Prinzip des Open Access konzipiert ist. Die ZBW ist Teil der Leibniz-Gemeinschaft und seit 2007 Stiftung des öffentlichen Rechts. Die ZBW wurde 2011 und 2012 für ihre innovative Bibliotheksarbeit ausgezeichnet mit dem internationalen LIBER Award.

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