PROVENIENZFORSCHUNG

Seit 15.12.2018 untersucht die ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft systematisch die Herkunft derjenigen Objekte, die in der Zeit des Nationalsozialismus in den Sammlungsbestand der ZBW gelangten.

Das Forschungsprojekt „Provenienzforschung für Literatur, die in den Jahren zwischen 1933 – 1945 für das heutige ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft beschafft wurde“ wird gefördert vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste in Magdeburg. Insbesondere wird überprüft, ob sich darunter Zugänge befinden, die ihren früheren Eigentümerinnen und Eigentümern im Zuge von Verfolgung durch das NS-Regime entzogen wurden. In den beiden Standorten Kiel und Hamburg der ZBW sind in den vorhandenen Zugangsunterlagen für die Jahre 1933-1945 verschiedene Verdachtsfälle auf NS-Raubgut zu finden. An erster Stelle sind hier Zugänge von der Geheimen Staatspolizei in beiden Häusern zu nennen. Zudem ist in den Kieler Akten eine Beschaffungsreise des damaligen Direktors der Bibliothek des Instituts für Weltwirtschaft, Dr. Wilhelm Gülich, vom Juli 1940 nach Holland und Belgien festgehalten, in der dieser sowohl für seine eigene Einrichtung als auch für das Oberkommando der Wehrmacht Materialen erwarb.

Grundlage dieser Untersuchung sind die „Grundsätze der Washingtoner Konferenz in Bezug auf Kunstwerke, die von den Nationalsozialisten beschlagnahmt wurden“ von 1998, in der 44 Staaten zusicherten, insbesondere die öffentlichen Sammlungen im Hinblick auf NS-Raubgut zu untersuchen, sowie die selbstverpflichtende „Erklärung der Bundesregierung, der Länder und der kommunalen Spitzenverbände zur Auffindung und zur Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturgutes, insbesondere aus jüdischem Besitz“ von 1999.