Zwischen Google Scholar und ChatGPT – Wie Wirtschaftsstudierende heute recherchieren

Pressemitteilung

Neue ZBW-Studie zeigt: GenAI-Tools etablieren sich als Recherchewerkzeug – Zugleich wachsen die Anforderungen an Quellenbewertung und Informationskompetenz.

Kiel/Hamburg, den 1. Oktober 2026: Generative KI verändert die Art und Weise, wie Studierende wissenschaftlich recherchieren. Eine bundesweite Befragung der ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft unter 908 Wirtschaftsstudierenden zeigt, dass generative KI-Anwendungen wie insbesondere ChatGPT längst Teil der Recherchepraxis sind. Zugleich bleiben klassische Probleme wie Quellenbewertung und Volltextzugang bestehen. Trotz intensiver KI-Nutzung ist das Risikobewusstsein hoch. Die Studie sieht deshalb einen wachsenden Bedarf, Informationskompetenz und KI-Kompetenz gemeinsam zu vermitteln.

Generative KI ist im Studienalltag angekommen und verändert zunehmend auch die wissenschaftliche Recherche. Das zeigt eine aktuelle Studie der ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft unter 908 Studierenden wirtschaftswissenschaftlicher Fächer an deutschen Hochschulen. 92 Prozent der Befragten nutzen KI-basierte Werkzeuge bewusst im Studium. 65 Prozent der Studierenden mit eigener Rechercheerfahrung setzen generative KI-Anwendungen wie ChatGPT gelegentlich für die Literatursuche ein.

Die klassische Internetrecherche mit Google Scholar und Google bleibt dennoch der wichtigste Rechercheweg in der täglichen Arbeit der Studierenden. Gleichzeitig spielt die Suche in spezialisierten wirtschaftswissenschaftlichen Fachdatenbanken eine deutlich geringere Rolle. Nur 41 Prozent nutzen sie zumindest gelegentlich. Die Studie zeigt damit eine klare Präferenz für leicht zugängliche und breit einsetzbare Systeme.

Auffällig ist die Kombination aus intensiver Nutzung und hohem Problembewusstsein. 92 Prozent der Befragten sehen das Risiko falscher oder halluzinierter KI-Ergebnisse, 70 Prozent befürchten eine zu starke Abhängigkeit von KI und eigenes „Deskilling“. Zugleich bestehen klassische Rechercheprobleme unter den Studierenden aller Studienphasen fort. 63 Prozent empfinden den Zugang zu Volltexten als schwierig, 54 Prozent haben Schwierigkeiten, die Relevanz von Recherchetreffern einzuschätzen.

Der Unterstützungsbedarf unter den Studierenden ist entsprechend hoch. 92 Prozent halten Informationen zum richtigen Zitieren und zur Plagiatsvermeidung für wichtig, 90 Prozent die Identifikation vertrauenswürdiger Quellen und 81 Prozent Anleitungen für den Einsatz von KI bei der Literatursuche.

„Generative KI verändert nicht nur die Werkzeuge, sondern zunehmend auch den Ablauf wissenschaftlicher Recherche“, sagt Dr. Tamara Pianos, Leiterin der Informationsvermittlung an der ZBW. „Für Hochschulen und Bibliotheken ist es deshalb wichtig, beispielsweise in Schulungen zum wissenschaftlichen Arbeiten zu vermitteln, welche Fallstricke es geben kann, wie Informationen eingeordnet werden können und wer bei Fragen unterstützen kann. Viele Aspekte werden durch die Nutzung von KI-Tools zwar verschärft, sie sind aber prinzipiell nicht neu. Es bleibt also wichtig, eigenes Fachwissen aufzubauen, um einen Referenzrahmen zu haben und vor diesem Hintergrund Informationen kritisch prüfen zu können.“

Download der Studie:

https://hdl.handle.net/10419/342604

Pressebilder:

 

Cover der Studie "Zwischen Google Scholar und ChatGPT – Wie Wirtschaftsstudierende heute recherchieren"
Studie: Zwischen Google Scholar und ChatGPT

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Ergebnisübersicht der Frage nach Wegen der der Literaturrecherche aus Studienbericht "Zwischen Google Scholar und ChatGPT"

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