FORSCHUNGSDATENMANAGEMENT

Forschungsdatenmanagement (FDM) regelt den Umgang mit digitalen Daten in Wissenschaft und Forschung. Maßnahmen des FDM umfassen dabei methodische, konzeptionelle, organisatorische und technischen Schritte, die wissenschaftliche Daten von der Planung ihrer Generierung über ihre Verwendung und Verarbeitung bis hin zu ihrer permanenten Archivierung begleiten.

Zentral für Forschungsdatenmanagement ist einerseits die Dokumentation von Daten und Forschungsprozessen. Andererseits machen geeignete Infrastrukturen erst eine Nachnutzung von Daten oder eine Prüfung der Robustheit publizierter wissenschaftlicher Ergebnisse möglich.

In den Wirtschaftswissenschaften ist es bislang kaum üblich, dass Forschende ihre Daten zur Nachnutzung zur Verfügung stellen. Dabei bietet das so genannte Data Sharing bedeutende Vorteile: Forschungsdaten können nachgenutzt und teure Erhebungsverfahren und doppelte Arbeiten vermieden werden. Zudem kann der wissenschaftliche Erkenntnisprozess durch solche Formen kollaborativen Arbeitens beschleunigt werden.

Verschiedene Projekte der ZBW wirken daher auf eine Förderung des Teilens von Forschungsdaten und die Reproduzierbarkeit von Forschungsergebnissen hin.

Die ZBW hat sich beim Thema Forschungsdatenmanagement zum Ziel gesetzt, ein kompetenter Ansprechpartner für wirtschaftswissenschaftliche Forschungsdaten und zugehörige Technologien zu sein.

Aktuelle Forschungsdatenservices und Initiativen:

Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI)

Bund und Länder haben im November 2018 den Aufbau einer Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) beschlossen. In der NFDI sollen Datenbestände systematisch erschlossen, langfristig gesichert und entlang der FAIR-Prinzipien über Disziplinen- und Ländergrenzen hinaus zugänglich gemacht werden. Eine wesentliche Rolle werden künftig die 30 einzurichtenden Konsortien einnehmen. Für deren Förderung steht zunächst befristet für die kommenden zehn Jahre ein Finanzvolumen von rund 85 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung. Die ZBW ist derzeit an folgendem Konsortium beteiligt:

  • Konsortium für die Sozial-, Bildungs-, Verhaltens- und Wirtschaftswissenschaften (KonsortSWD) (Start: Herbst 2020):
    Es handelt sich hier um einen gemeinsamen Antrag unter Federführung von GESIS, an dem neben der ZBW das DIPF – Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation, das LIfBi – Leibniz-Institut für Bildungsverläufe, das SOEP am DIW – Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, das WZB – Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung gGmbH, das ZPID – Leibniz-Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation das DZHW – Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung GmbH, das SOFI – Soziologisches Forschungsinstitut Göttingen an der Georg-August-Universität, das Forschungsdatenzentrum Qualiservice der Universität Bremen und die Universität Duisburg-Essen beteiligt sind.

Zudem ist die ZBW derzeit an der Planung folgender Konsortien beteiligt:

GO FAIR

Die GO FAIR Initiative hat das Ziel, auf die Auffindbarkeit, Zugänglichkeit, Interoperabilität und Wiederverwendbarkeit von Forschungsdaten über Länder- und Disziplingrenzen hinweg hinzuwirken.
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Fachspezifische Forschungsdatenservices und Initiativen:

International Journal for Re-Views in Empirical Economics - IREE

IREE ist eine neue Fachzeitschrift für die Publikation von Replikationsstudien in den empirischen Wirtschaftswissenschaften.
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ZBW Journal Data Archive

Das ZBW Journal Data Archive ist ein Service für Herausgeberinnen und Herausgeber wirtschaftswissenschaftlicher Fachzeitschriften. Sie können dort Datensätze und weitere Materialien zu empirischen Fachartikeln ablegen und bereitstellen, um die Nachvollziehbarkeit und Replizierbarkeit der publizierten Forschungsergebnisse zu unterstützen.
Mehr zum ZBW Journal Data Archive
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da|ra

Um Forschungsdaten dauerhaft identifizierbar und zitierbar zu machen, müssen diese mit einer eindeutigen Identifikationsnummer registriert werden, einem sogenannten Persistenten Identifier, zum Beispiel einem Digital Object Identifier (DOI). Damit ist die Voraussetzung gegeben, dass Forschende für ihre arbeitsaufwändige Datenaufbereitung durch eine Zitation des Datensatzes belohnt werden können – ähnlich wie derzeit bereits durch eine Zitation einer Publikation.

In den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in Deutschland organisiert die Registrierungsagentur da|ra diese Vergabe von DOI-Namen für Datensätze. Diese wird von der ZBW gemeinsam mit GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften betrieben.
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Broschüre „Auffinden-Zitieren-Dokumentieren“

Die gemeinsam von der ZBW, GESIS und dem RatSWD herausgegebene Broschüre richtet sich speziell an Nachwuchsforschende in den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. Vermittelt werden nützliche Quellen um Forschungsdaten zu finden; Tipps, wie diese richtig zitiert werden können und Hinweise, woran gedacht werden sollte, wenn man selbst erstellte Forschungsdatendaten sinnvoll dokumentieren möchte.
Zur Broschüre „Auffinden-Zitieren-Dokumentieren“